Glossar
Begriffe
> Asset Allocation
> Best-in-Class-Ansatz
> BÖRSE
> CRIC
> CSR
> Ethik-Rating
> Ethischer Wettbewerb
> Finanzrating
> Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden
Asset Allocation:
Asset Allocation bezeichnet die Verteilung der Werte eines Anlage-Portfolios auf verschiedene Anlageinstrumente. Die Bekanntesten sind Aktien, Renten (Anleihen), Cash (Bargeld), Derivate.
Ziel ist, die Rendite eines Portfolios zu optimieren und die Risiken zu minimieren. Die überlegte Auswahl der Wertpapierarten und deren Gewichtung innerhalb des Portfolios bestimmen den Anlageerfolg hinsichtlich Ertrag und Volatilität.
Aus Sicherheits- und Renditegesichtspunkten ist die Grundstruktur der Veranlagung die allerwichtigste Entscheidung beim Investment. Erst wenn diese feststeht, werden für jede Asset-Klasse ein oder mehrere Produkte gesucht, welche den individuellen Wertvorstellungen am nächsten kommen.
Die laufende Anpassung (Taktische Asset Allocation) an die Ziele und Märkte hinsichtlich Rendite und Ertrag kann auch dazu genutzt werden, das Portfolio den sich wandelnden Wertvorstellungen anzupassen oder neue ethische Investment-Möglichkeiten zu nutzen. Permanentes Ziel ist die ethische verantwortungsvolle Weiterentwicklung des Portfolios.
Best-in-Class-Ansatz:
Ist eine jüngere Entwicklung im ethischen Investment. Dabei werden entsprechend den vorher angelegten Ethik-Kriterien - die am besten entsprechenden Titel eines Sektors herausgesucht.
Der Ansatz besteht darin, einen ethisch nachhatligen Wettbewerb in den einzelnen Sektoren anzuspornen. Aus ökonomischer Sicht ist der Best-in-Class-Ansatz dem streng Prinzipien-orientierten Ansatz > aufgrund des in der Regel breiteren Anlage-Universums vorzuziehen (und wird deshalb von vielen Fonds umgesetzt), weil üblicherweise mehr Titel zur Auswahl stehen, als wenn nach strengen Prinzipien (Ausschluss oder Bevorzugung) vorgegangen wird.
Aus ethischer Sicht gründet sich dieser Ansatz auf die größere politische Wirksamkeit, insbesondere in Hinblick auf ethisch problematische Branchen, die beim streng Prinzipien-orientierten Ansatz von vornherein aus einem Investment ausgeschlossen bleiben.
Häufig findet sich der Best-in-Class-Ansatz auch in Kombination mit einzelnen Ausschlusskriterien. D.h. es werden die "Besten" ihrer "Klasse" ausgesucht, trifft aber ein bestimmtes Ausschlusskrieterium zu, muss sogar ein "Musterschüler" aufgrund eines oder mehrerer Kriterien, die als besonders relevant angesehen werden, ausgeschieden werden.
BÖRSE:
Eine Börse bezeichnet den Handelsplatz für Aktien, Anleihen, Devisen, derivative Instrumente oder Waren. Ausgehend von der Angebots- und Nachfragesituation werden dabei Preise für deren Handel festgesetzt. Üblicherweise sind Börsen heute elektronisch organisiert und nicht mehr als Marktplatz, wo Personen miteinander handeln.
CRIC :
Das Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) ist ein Verein für ethisch orientierte InvestorInnen. Das CRIC dient als Plattform für die Vernetzung und Kommunikation von InvestorInnen, die ihr Geld ökologisch und gesellschaftlich verantwortlich anlegen wollen. Die verbindliche konzeptionelle Basis ist dabei der Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden, der Anlagemöglichkeiten hinsichtlich ihrer Kultur-, Natur- und Sozialverträglichkeit bewertet. Bisher sind dem CRIC mehr als 100 private und institutionelle - vor allem kirchliche - InvestorInnen beigetreten. Das CRIC bietet Beratung und Informationen an und setzt sich vor allem für die öffentliche Wahrnehmung der Anliegen einer ethischen Geldanlage ein.
CSR :
Corporate Social Responsibility (CSR) ist eine Bezeichnung für das sozial und ökologisch verantwortliche Handeln von Unternehmen. Es besteht in Österreich vor allem in der freiwilligen Selbstverpflichtung von Unternehmen in Bezug auf soziale und ökologische Maßnahmen und Geschäftspraktiken, die über die gesetzlichen Standards hinausreichen.
Ethik-Rating
(auch Nachhaltigkeits-Rating, ethisch-ökologisches Rating):
Das Ethik-Rating ist ein Verfahren zur Bewertung von Anlagemöglichkeiten unter ethischen Gesichtspunkten. Das Ethik-Rating hatte seine Anfänge zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA, wo Anlegergruppen bestimmte Produkte und Unternehmensbereiche (Alkohol, Tabak, Glückspiel,...) aus einer Veranlagung ausschlossen (so genannte "sin-stocks"). Mittlerweile werden bei einem Ethik-Rating aber nicht nur Negativ-Kriterien (absolut oder relativ ) definiert, sondern auch Positiv-Kriterien in Anwendung gebracht.
Weitere Informationen siehe Ethik-Fonds >
Aufgrund der Komplexität und Dynamik moderner Wirtschafts- und Unternehmensstrukturen bedarf es dazu spezialisierter Rating-Agenturen >, welche die für eine ethisch-orientierte Bewertung der Anlage-Möglichkeiten relevanten Informationen in regelmäßigen Abständen erheben und zur Orientierung für die interessierten InvestorInnen entsprechend aufbereiten (in Form von Ausschluss-Listen, Best-in-Class-Rankings etc.). Bedeutend ist, auf welche Kriteriologie sich solche Ratings stützen.
Ethischer Wettbewerb:
Sofern ethische Kriterien und Standards für Unternehmen Konkurrenz-relevant werden, kann sich ein ethischer Wettbewerb entwickeln. In Bezug auf die ethische Geldanlage bedeutet das, dass Unternehmen sich bemühen, durch die besondere Berücksichtigung von ethischen Kriterien gegenüber ihren Mitbewerbern einen Vorteil im Wettbewerb um die Gunst der InvestorInnen zu erzielen, sei es dass sie deren ethischer Orientierung besser entsprechen als andere, sei es dass durch die ethische Ausrichtung der Betriebs- bzw. Unternehmenspolitik sich auch ihr ökonomischer Wert bzw. ihre Marktposition nachhaltig verbessert.
Weitere Informationen >
Finanz-Rating:
Finanz-Rating ist die Einstufung der Fähigkeit eines Wertpapier-Emittenten zur zeitgerechten und gänzlichen Erfüllung von Zahlungs-Verpflichtungen aus Schuldverschreibungen bzw. die Einstufung der Wahrscheinlichkeit hoher Dividenden-Zahlungen und steigender Kurse bei Beteiligungen. Dabei werden außerdem Managementqualität, Strategien, Liquiditätsvorsorge u.v.a.m. bewertet.
Frankfurter-Hohenheimer-Leitfaden (FHL):
Der FHL wurde 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt und gilt mit über 800 Bewertungskriterien als die umfassendste Kriteriologie für ethische Investments. Er dient Rating-Agenturen als Grundlage für die Bewertung von mittlerweile mehr als 1000 Unternehmen. Über 30 Publikums- und Spzialfonds treffen auf dieser Basis ihre Entscheidungen. Einzelpersonen hilft er, die eigenen Wertepräferenzen zu reflektieren.
Hinter dem Leitfaden steht der Anspruch einer möglichst vollständigen Abbildung potenziell relevanter Prüfaspekte für ethisch-ökologische Rating. Der FHL basiert auf den drei Bewertungs-Dimensionen Kultur-, Sozial- und Naturvertäglichkeit. Das dahinterstehende universale Ziel ist die Sicherung des Überlebens von Mensch und Mitwelt für eine Menschwerdung in Gemeinschaft, im Mitsein mit der ganzen Schöpfung.
Bei der Naturverträglichkeit geht es u.a. um Fragen wie eigenes Umweltmanagement, regelmäßige ökologische Überprüfungen, Umweltverträglichkeit der Produkte, verwendete Materialien, Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
Bei der Sozialverträglichkeit wird der Blick auf den Umgang mit den MitarbeiterInnen gelenkt, auf Lohn, Urlaub, Mitbestimmung, Arbeitsbedingungen oder etwa die Behandlung gesellschaftlicher Randgruppen.
Als dritte Bewertungsdimension wurde Kulturverträglichkeit eingeführt: Dabei wird u.a. gefragt, ob ein Unternehmen Prinzipien wie Fairness, Gerechtigkeit oder Respekt vor dem Konkurrenten akzeptiert, ob es sich an jeweilige Gesetze hält etc.
Weitere Informationen siehe Literatur > zum download >

