Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
GUTER UND GERECHTER LOHN
Kassieren in guten, zurückzahlen in schlechten Zeiten
Falsche Anreizstrukturen bei der Entlohnung von Bankmanagern haben zur aktuellen Finanzkrise beigetragen. Dabei können die richtigen Anreize einen gesellschaftlichen Mehrwert generieren.
Die Krise an den Finanzmärkten hat eine Diskussion über die Berechtigung hoher Gehälter, Bonifikationen und Abfertigungen von Managern in der Finanzbranche ausgelöst. Deren Entlohnung wurde ja nicht zuletzt dadurch gerechtfertigt, dass hohe Gewinne für das Unternehmen erwirtschaftet wurden und dem Management daran ein Anteil zusteht. Warum soll die gleiche Logik nicht auch für Missmanagement gelten und ein Teil der Gehälter und Bonifikationen zurückgefordert werden?
Blind für Risiken
Die Entrüstung bezüglich der Nehmerqulitäten von Managern ist verständlich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Praxis in Zeiten hoher Gewinne mehrheitlich akzeptiert wurde und die allgemeinen Anreizstrukturen die Risikobereitschaft von Führungskräften massiv gefördert hat. Die Praxis, die Entlohngung des Managements von der Aktienkursentwicklung des Unternehmens abhängig zu machen, ist in börsennotierten Unternehmen weit verbreitet und ein Anreiz für die Führungskräfte, den Aktienkurs in die Höhe zu treiben. Die Verquickung von unternehmerischen Entscheidungen und persönlichem Nutzenkalkül ist freilich höchst problematisch und führt im Extremfall dazu, Risiken nicht richtig einzuschätzen oder gar nicht erst wahrzunehmen.
Unternehmerischer Erfolg
Offensichtlich ist es an der Zeit, neue Kriterien für die Entlohnung von Führungskräften in der Finanzbranche zu definieren. Es ist darüber nachzudenken, was den Erfolg eines Finanzdienstliestungsunternehms eigentlich ausmacht: Ist es tatsächlich nur der steigende Aktienkurs bzw. die 25%ige Eigenkapitalrendite oder doch eher die Art und Weise, wie ein Unternehmen ökonomische Effizienz mit gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung verbindet? Warum sollte man nicht zum Beispiel die Höhe der Entlohnung von BankdirektorInnen am weltweiten Rückgang der CO2-Emissionen festmachen? Eine klimafreundliche Finanzierungs- und Investitionspraxis wäre die Folge und vermutlich würde es weit weniger Menschen stören, wenn Bankmanager sehr viel Geld verdienen.

