Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
Solidarische Ökonomie: WIRTSCHAFTEN JENSEITS DER RENDITEMAXIMIERUNG
In Zeiten der Wirtschaftskrise kommt es zur Wiederentdeckung von Formen des Wirtschaftens jenseits von individueller Nutzenmaximierung, die bisher entweder ausgeblendet waren oder noch nicht in den Blick gekommen sind.
Komplementärwährungen, Genossenschaften, Selbstversorgung, Zeitbanken, Ethische Banken oder etwa ein einfacher Lebensstil - bereits diese Beispiele zeigen, dass es ein Wirtschaften jenseits von kapitalistischer Renditemaximierung geben kann und dass auch immer neue Ansätze von engagierten Personen und Gruppen entwickelt, ausprobiert und in die Praxis umgesetzt werden. Gemeinsamer Nenner ist eine Wirtschaft, die dem Menschen sowie einem "guten Leben" dient und die "gegenseitige Unterstützung", also Kooperation gegenüber Konkurrenz und Eigennutz, in den Mittelpunkt stellt.
So wie Wirtschaft nicht nur aus dem monetären Sektor besteht, so funktioniert Wirtschaften auch nicht ausschließlich nach dem Prinzip der Geldvermehrung. In solidarischen Wohnprojekten geht es vielmehr um die Förderung von Nachbarschaft, Nutzen gemeinsamer Infrastruktur bis hin zur Unterstützung sozial schwächerer oder älterer Menschen.
Energiegenossenschaften haben das Ziel, die Mitglieder kostengünstig und sicher mit dem Bedarfsgut Energie zu versorgen. Die dezentrale Produktion und Versorgung machen im Vergleich zu zentralen Systemen unabhängiger. Ein selbst verwaltetes Internet-Café, betrieben von Erwerbslosen, integriert ausgegrenzte Menschen in die Gesellschaft und stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen. Kaum jemand der/die sich nicht der freien Enzyklopädie WIKIPEDIA bedient. Dort tragen tausende Menschen unentgeltlich dazu bei, dass das gemeinsame Wissen der Menschen zusammengeführt und kostenlos zugänglich gemacht wird. ExpertInnen denken darüber nach, wie dieses Prinzip auch auf andere Sektoren der Wirtschaft (z.B. produzierender Sektor) übertragen werden kann.
Solidarisches Wirtschaften bietet gerade in Zeiten der Krise die Möglichkeit, nicht nur den bisherigen Umgang mit Geld zu überdenken, sondern auch ein vielleicht sehr eindimensionales Bild von Ökonomie zu überwinden. Initiativen, Unternehmen und Projekte der Solidarischen Ökonomie laden dazu ein, selbst zu experimentieren, zu lernen und solidarische Formen des Wirtschaftens (weiter) zu entwickeln.
(Markus Blümel, ksoe)

