Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 38, 17.9.2009: Ethik der Beratung (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 38/2009/06 >
Ausgabe Nr. 25, 18.6.2009: Nachhaltiges Reisen (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 25/2009/06 >
Ausgabe Nr. 21, 21.5.2009: Wann kommt es zum Kipp-Effekt? (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 21/2009/06 >
Ausgabe Nr. 17, 23.4.2009: zu Nahrungsmittel u.a.
download gesamte Sonderbeilage 17/2009/06 >
Ausgabe Nr. 13, 26.3.2009: Reform für Finanzmarktarchitektur (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 13/2009/06 >
Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 8/2009/06 >
Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 4/2009/06 >
Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 50/2008/06 >
Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 47/2008/06 >
Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 43/02>
Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
download gesamte Sonderbeilage 39/01 >
Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
Ethik der Beratung
Wer selbst kein Veranlagungs-Profi ist, braucht Beratung - gute Beratung. Was aber heißt "gute" Beratung? - Klar: AnlageberaterInnen haben Berufsregeln und Qualitätsstandards wie andere Berufsgruppen auch. Wie aber bei anderen Dienstleistern auch, kann ich dennoch nie sicher sein: Geht es denen nur um ein einmaliges, dafür möglichst lukratives Geschäft oder geht es auch um möglichst hohe und nachhaltige KundInnenzufriedenheit, um später vielleicht einmal wieder zu Rate gezogen zu werden und erneut ins Geschäft zu kommen? - Das lässt sich nicht festschreiben durch gesetzliche Normen. Das fällt in den Bereich des Berufsethos.
Zum Ethos guter Beratung gehören aber noch andere Themen: Bleibt der/die BeraterIn weitgehend passiv und beschränkt sich darauf, fein säuberlich das Risiko-Rendite-Profil der Kundschaft zu erheben, wie es eben zum verlangten Berufsstandard gehört, oder sieht er/sie sich in der Beraterrolle in einer weiter reichenden Verantwortung? - Das hieße etwa, die Kundschaft aktiv aufzuklären über die Methoden der Gewinner-wirtschaftung der einzelnen Produkte, also nicht nur über Kapitalrisiken, sondern auch über mögliche Folgen der Veranlagung für Mensch und Umwelt. Das könnte sogar heißen, auch das Ethik-Profil der Kundschaft zu erheben und sie aktiv auf entsprechende Möglichkeiten ethischer Geldveranlagung hinzuweisen. Das erfordert natürlich einschlägige Kompetenz jenseits der Finanztechnik.
Ein Vermögensberater hat sein Motiv für den Besuch eines Lehrgangs "Ethik für Anlageberater" einmal so erklärt: "Ich möchte meinen Kindern antworten können, wenn sie mich einmal fragen: Papa, was hast Du in Deinem Beruf getan, damit wir einmal dieselben sozialen und ökologischen Lebenschancen vorfinden wie Du und Deine Generation?"
Dr. Markus Schlagnitweit ist Direktor der ksoe (Kath. Sozialakademie Österreichs)

