Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 43, 22.10.2009: Geld und Energie (Gastkommentar) >
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Ausgabe Nr. 38, 17.9.2009: Ethik der Beratung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 25, 18.6.2009: Nachhaltiges Reisen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 21, 21.5.2009: Wann kommt es zum Kipp-Effekt? (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 17, 23.4.2009: zu Nahrungsmittel u.a.
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Ausgabe Nr. 13, 26.3.2009: Reform für Finanzmarktarchitektur (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
Geld und Energie
In den Fünfzigern musste man für einen Liter Benzin noch 3 x so lange arbeiten wie heute. An Benzinpreise von 7 Schilling (50 Cent) kann ich mich noch aus den 70ern erinnern - 30 Jahre später kostet er etwa das Doppelte. Steigende Energiekosten lagen bisher überwiegend am gesteigerten Energiebedarf, nicht am Preis.
Unser Wohlstand basiert zu einem großen Teil auf billiger fossiler (und nuklearer) Energie. Doch diese Quellen sind endlich. Peak Oil ist unumstritten - umstritten ist maximal der Zeitpunkt. Die Zeiten der billigen Energie sind bald vorbei. Wenn ein Rohstoff wie fossile Energie knapp wird, ist die logische Konsequenz, rechtzeitig Alternativen zu finden, um die Produktion nicht zu gefährden. Wer zu lange überlegt, zieht letztlich den Kürzeren.
Die Alternativen müssen gar nicht mehr erfunden werden. Wind, Wasser, Sonne, Biomasse... können, in der richtigen Kombination und natürlich gepaart mit Energiesparen und -effizienzsteigerung den Bedarf decken. Energieautarkie - das Wort hat inzwischen auch der Umweltminister entdeckt! Aber wenn's um die Wurst geht (oder ums Ökostromgesetz), dann wird das Wort Energieautarkie ganz schnell mit den Worten "zu teuer" überschrieben.
"Ökostrom ist teuer" ist das übliche Totschlag-argument, wenn es um den Ausbau erneuerbarer Energiequellen geht. Aber teuer im Vergleich zu was? Ja, Ökostrom muss gefördert werden, um am Markt konkurrenzfähig zu sein. Was aber in der Diskussion selten erwähnt wird, ist, dass auch die Konkurrenz (Atomenergie und fossile Energien) gefördert wird. Umweltauswirkungen, Risiko, Entsorgung - all diese Kosten werden auf die Allgemeinheit ausgelagert und scheinen in keiner Stromrechnung auf. Wenn z.B. die EU jetzt ernsthaft überlegt, unter dem Deckmantel der "Sicherheit" eine Art Verschrottungsprämie für Alt-AKWs zu bezahlten, oder auch die Förderung der Nabucco-Pipeline, sind das versteckte Förderungen und eine Marktverzerrung sondergleichen!
Erneuerbare Energie ist nur dann teuer, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Von Transparenz und Kostenwahrheit bei fossiler/nuklearer Energie sind wir meilenweit entfernt. Energiepolitik braucht Weitblick - die Entscheidungen von heute sind auch noch in 30 Jahren wirksam. Langfristige Entscheidungen aufgrund von Äpfel-Birnen-Berechnungen zu treffen, ist unverantwortlich aber leider Gang und Gebe.
Nur mit einer Entscheidung für eine Umstellung auf 100%ig erneuerbare Energieversorgung in absehbarer Zeit kann auf Dauer eine leistbare Energieversorgung sichergestellt werden. 20-20-20-Ziele sind deshalb weder ambitioniert noch ausreichend. Und diese Entscheidung muss rasch fallen, denn die Umstellung ist nicht von heute auf morgen umsetzbar.
Elisabeth Kerschbaum, MSc, ist Bundesrätin der Grünen

