Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 7, 18.2.2010: Kirchliche Geldanlage: Pensionsfonds der Diözese Linz >
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Ausgabe Nr. 3, 21.1.2010: Forum Nachhaltige Anlagen -Schweiz: Steigerung angepeilt >
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Ausgabe Nr. 51, 17.12.2009: Konsum-Ethik (EthikKommentar) >
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Ausgabe Nr. 47, 19.11.2009: Treffen europäischer Nachhaltigkeitsbanken (Bericht) >
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Ausgabe Nr. 43, 22.10.2009: Geld und Energie (Gastkommentar) >
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Ausgabe Nr. 38, 17.9.2009: Ethik der Beratung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 25, 18.6.2009: Nachhaltiges Reisen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 21, 21.5.2009: Wann kommt es zum Kipp-Effekt? (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 17, 23.4.2009: zu Nahrungsmittel u.a.
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Ausgabe Nr. 13, 26.3.2009: Reform für Finanzmarktarchitektur (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
Kirchliche Geldanlage
Pensionsfonds der Diözese Linz
Ökonomische und rechtliche Notwendigkeit, aber auch moralische Verpflichtung und Chance.
"Erdenschwere" ist oft auch in der Kirche als beachtliche Last zu sprüen. Kirche sollte im Geist ihres Stifters mit möglichst wenig Last - quasi mit der Provianttasche eines Pilgers - "auf dem Weg sein". Andererseits beschäftigt die Kirche für ihre Aufgaben Menschen, die ein entsprechendes Maß an sozialer Sicherheit erwarten. Das heißt, es muss auch Vorsorge getroffen werden. So hat etwa jeder Diözesanbischof nach aktuellem Kirchenrecht für die auf seine Diözese geweihten Priester bis zu deren Ableben einen "standesgemäßen Lebensunterhalt" sicherzustellen.
Eigener Pensionsfonds
Die Diözese Linz unterhält zu diesem Zweck einen eigenen Pensionsfonds. Ziel ist der nach versicherungsmathematischen Normen errechnete erforderliche Vorsorgebetrag (bezogen auf Alter, statistische Lebenserwartung und Pensionierungsnormen für die betroffenen Personen).
Die Veranlagung des jährlich dotierten Vorsorgebetrags erfolgt in Wertpapieren. Dabei handelt es sich überwiegend (mindestens 60%) um festverzinsliche Wertpapiere: In- und ausländische Anleihen sowie Rentenfonds - aber auch gemischte Fonds. Ein Teil ist in Aktien oder Aktien-Fonds investiert.
Im Sinne einer ausreicheden Risikostreuung werden Cluster-Bildungen (zu viele Wertpapiere vom selben Emittenten oder aus derselben Branche) vermieden. Bei festverzinslichen Wertpapieren wird auf die zeitliche Verteilung der Laufzeit-Enden geachtet, um zu vermeiden, dass zu viele Wertpapiere in einem Jahr fällig werden und dann auf einmal - vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt - wieder veranlagt werden müssen.
Durch Beschluss des Diözesanen Pastoralrates aus dem Jahr 2001 wurden die Finanzverantwortlichen zusätzlich angehalten, in ethisch vertretbarer Weise zu veranlagen. Eine weitere Aufforderung dazu lieferte das "Ökumenische Sozialwort" der 14 christlichen Kirchen Österreichs aus dem Jahr 2003 (Selbstverpflichtung Nr. 201). Darüber hinaus hat die österreichische Bischofskonferenz 2009 einen Ziel-Kriterien-Katalog als ethische Richtschnur für künftige Veranlagungen verabschiedet.
Reines Gewissen
Geld, das als Vorsorge "auf die hohe Kante" gelegt werden muss, soll demnach nicht irgendwo und irgendwie - Hauptsache möglichst rentabel und sicher - "arbeiten". Es geht auch nicht nur um ein möglichst reines Gewissen bei der Geldveranlagung. Vielmehr soll mit den vorhandenen Mitteln auch gezielt Einfluss genommen werden, auf welche Weise finanzielle Renditen erzielt werden - nämlich nachhaltig und natürlich ethisch vertretbar.
Best Practice
Dementsprechend verfolgt die Diözese Linz bei ihrer Veranlagung zunächst eine Kombination aus vermeidender und fördernder Strategie: Im Sinne des Förderns wird gezielt in Banchen, Produkte oder Projekte investiert, die unter sozialen oder ökologischen Gesichtspunkten als "best practice" bzw. besonders förderungswürdig gelten. Daneben wird freilich auch mit Ausschließungskriterien gearbeitet. (Dazu zählen auf Basis ethischer Unternehmensratings u.a. Menschenrechtsverletzungen, Arbeitsrechtsverstöße, Kinderarbeit unter Vernachlässigung der Bildungsrechte, Abtreibung, Pornografie, Biozide, Tierversuche, Korruption und Rüstung; im Falle von Staatsanleihen wird auf Themen wie Rechtssituation, Todesstrafe, Rüstungsbudget, Atomenergienutzung, Klimapolitik etc. abgestellt.)
Um aber nicht nur streng die "Schafe" von den "Böcken" zu scheiden, sondern ethische Verbesserungsprozesse in Gang zu setzen, wird zusätzlich ein "Best-in-Class"-Ansatz verfolgt.
(Dr. Alfred Tschandl ist Unternehmensberater und war bis Ende 2009 als Linzer Diözesanökonom hauptverantwortlich für die kirchlichen Veranlagungen.)

