LEHRGANG GELD UND LEBEN
Wirtschaftskompetenz entwickeln
September 2008 - Juni 2010
> Die gläserne Decke gibt es nur mehr im Museum
Visionen einer geschlechtergerechten Ökonomie
zum Abschluss des zweijährigen Lehrgangs der Frauenakademie „Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“ der ksoe – Katholischen Sozialakademie Österreichs. (Wien, 11.5.2010)
Mit der Präsentation ihrer innovativen Projekte für eine geschlechtergerechte Wirtschaft haben 15 Frauen aus ganz Österreich vergangenen Freitag den berufsbegleitenden Lehrgang der Frauenakademie „Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“ der ksoe - Katholischen Sozialakademie Österreichs in Salzburg abgeschlossen. Nach der zweijährigen Auseinandersetzung mit gängigen sowie alternativen und feministischen Ansätzen von Wirtschaft, formulieren die Absolventinnen ihre Sicht auf Wirtschaft: TeilnehmerInnen an wirtschaftlichen Prozessen sind alle, die konsumieren, produzieren, sparen und arbeiten - auch im Ehrenamt, in der Kindererziehung, der Pflege und Betreuung oder im Haushalt. Damit ein Auskommen mit dem Einkommen gesichert ist, regen sie mit Fokus auf die Trias Arbeit – Zeit – Geld zur Überlegung an, wie sich die Bewertung von Arbeit in einer Volkswirtschaft verändern würde, wenn nicht Gewinnmaximierung, sondern Versorgungsrationalität im Mittelpunkt stehen würde.
Für das Jahr 2025 präsentierte die Lehrgangsgruppe ihre Visionen wie folgt:
- Die unbezahlte Arbeit wird im BIP berücksichtigt.
- Dank des Einsatzes der Gewerkschaften beträgt die Regelarbeitszeit 25 Stunden.
- Frauen und Männer haben gleichermaßen Zeit für Privatleben und Familie.
- Frauen sind aufgrund ihrer Qualifikation längst in verantwortungsvollen Führungspositionen und in Aufsichtsräten in der Überzahl.
- Die Männer interessieren sich für die Quotenregelung. Zins und Zinsenszins sind abgeschafft.
- Regionale Banken verwalten das Geld Ihrer KundInnen und stärken die regionale Wirtschaft.
- Die erfolgreichen Unternehmerinnen stärken wesentlich die Wirtschaft.
- Die "gläserne Decke" gibt es nur mehr im Museum.
- Die Menschen wundern sich über die Argumente, die es 2010 noch gegen den Feminismus gab.
In ihrer Schlusserklärung ermutigten die Lehrgangsabsolventinnen alle Frauen und auch Männer, die Vielfalt der Potenziale für die Gestaltung einer geschlechtergerechten Ökonomie und verteilungsgerechten Demokratie zu nutzen.
„Die schlechten Wirtschaftsnachrichten dieser Tage lassen befürchten, dass immer mehr Menschen resignieren. Bildungsangebote wie dieser Lehrgang, die zur Gestaltung wirtschaftlicher Verhältnisse befähigen, sind daher ein wichtiges Angebot“, so Mag.a Margit Appel, Lehrgangsbegleiterin.
„Die eigenen Wertvorstellungen und Handlungsmuster zu reflektieren und sich selbst als wirtschaftliche Akteurin wahrzunehmen und einzubringen, ist das Ziel der Frauenakademie, das mit dieser Durchführung bereits zum dritten Mal gelungen ist“, resümiert Lehrgangsbegleiterin Mag.a Marianne Prenner.
Informationen zum nächsten Lehrgang der Frauenakademie "Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“, der Ende September 2010 beginnt, erhalten Sie bei der Lehrgangsleitung bzw. hier > .
Projekte der Absolventinnen mit denen sie einen Schritt in Richtung einer lebenswerten Welt, in der Wirtschaft geschlechtergerecht ist, getan haben:
- frauen.wirtschaften – einblicke Fotoausstellung von Frauen in von ihnen gewählten Tätigkeitsfeldern. Kurzsteckbriefe und 24-Stunden Zeittorten machen ihren durchschnittlichen Lebens- u. Arbeitsalltag sichtbar.
- ÖKOZAM Wirtschaftlich denken ist Frauensache. Das Wirtschaftskompetenzseminar für Trainerinnen der ZAM`s (Zentren für Ausbildungsmanagement).
- Frauen-Leben-Geld: Eine Radiosendung zum Thema Frauen, gutes Leben, Wirtschaft mit Fachbeiträgen und Interviews.
- Arbeit, Zeit, Geld – Gedanken und Ideen von Frauen Interviews mit Frauen in Österreich, Tanzania und Südafrika zu ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihres Lebens unter dem Blickwinkel von Geschlechtergerechtigkeit
- Geld & Leben - Eine spielerische Auseinandersetzung mit Wirtschaft, Feminismus und dem Guten Leben. Ein Gesellschaftsspiel zum Nach-, Um- und Weiterdenken!
- Durchs Land der Schottinnen: Ein biografischer Reiseführer zu kämpferischen, erfolgreichen, mutigen und mächtigen Frauen
- Walk'n'Talk - Selbsterfahrung im Gehen: Die unternehmerische Planung und Umsetzung einer neuen Seminarform
- Die wahren Leistungsträger unserer Gesellschaft und wie ihre Arbeit bewertet wird: Ein 3-stündiger Workshop
- Une petite entrepreneuse (Kleinunternehmerin): Afrikanische Frauen und Wirtschaftsentwicklung. Kompetenz, Initiative und Vision
- Equal Pay Day: Wirtschaftsfrauen begehen einen besonderen Tag. Diskussionsveranstaltung
- Gemeindeentwicklung einmal anders: Führende Unternehmerinnen vor Ort bündeln ihre Kräfte und entwickeln ihre Gemeinde als Wirtschaftsstandort weiter
Geschlechtergerechte Wirtschaft als Ziel
Die Absolventinnen der ksoe-Frauenakademie „Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“ regen mit innovativen Projekten zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Ökonomie zum Nachdenken an.
Zum Abschluss des berufsbegleitenden Lehrgangs „Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“ laden die 15 Absolventinnen am Freitag, 7.5. in Salzburg zur Präsentation ihrer Projekte zu geschlechtergerechter Ökonomie. Über zwei Jahre, von Juni 2008 bis Mai 2010, haben die Teilnehmerinnen ihre eigenen Wertvorstellungen und Handlungsmuster als wirtschaftliche Akteurinnen überdacht. Das erworbene Wirtschaftswissen über herkömmliche, alternative und feministische Ansätze von Ökonomie werden sie in ihrem beruflichen, ehrenamtlichen und privaten Umfeld einbringen. „Es gibt Bedarf an ökonomischer Veränderung, damit eine verantwortungsvolle Wirtschaft das Leben von Frauen und Männern unterstützt und nicht belastet“, sagt die Teilnehmerin Ingrid Draxl.
Die Themen des Lehrgangs waren breit gestreut, darüber sind sich die Teilnehmerinnen einig. Aber nicht nur der Wissenserwerb zu ökonomischen Theorien, Arbeitsmarkt, Finanzmarkt, UnternehmerInnentum und feministischer Ethik prägte den Lernprozess, sondern auch die vielfältigen Methoden: Aufstellungsarbeit, Argumentations- und Machttraining, Besuche von Wirtschaftsorten, Diskussionen auf der Lernplattform.
Einen Schritt in Richtung einer lebenswerten Welt, in der Wirtschaft geschlechtergerecht ist, haben die Absolventinnen des Lehrgangs „Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln“ der Katholischen Sozialakademie Österreichs - ksoe mit ihren Projekten getan:
Wir danken für die freundliche Unterstützung:
- AK Wien
- Grüne Wirtschaft
- betrifft Frauen - Katholisches Bildungswerk St. Virgil, Salzburg
- JOAN robinson - Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens
- dieStandard.at
- kfb - Katholische Frauenbewegung
- Evangelische Akademie Wien
- Welt der Frau - Die österreichische Frauenzeitschrift




