
Folge 35
Wie wird Recht den Menschen gerecht, Barbara Helige?
Über Akzeptanz in der Gesellschaft und die Gefahr der Einflussnahme
„Wir haben die Sorge, dass an dieser ganz tiefen Basis, die existentiell ist für einen demokratischen Rechtsstaat, genagt wird.“
Im Kern der neuen Podcast-Staffel steht die Frage nach Gerechtigkeit(en). Wir möchten der Frage nachgehen, was Gerechtigkeit(en) in einer pluralistischen Gesellschaft bedeuten kann und welche Rolle sie für den sozialen Frieden spielt.
Für Barbara Helige haben Gerichte eine zentrale Funktion für den sozialen Frieden, da sie vermitteln, was Recht und Unrecht ist. Die Richterin und Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte zählt zu den führenden Stimmen in Fragen richterlicher Ethik und Unabhängigkeit und hat sich wie kaum eine andere mit den ethischen Grundlagen der Rechtsprechung sowie der Verantwortung der Justiz auseinandergesetzt. Mit ihr sprechen wir über die Rechtsnormen, unter denen sich eine Gesellschaft wohlfühlt und die Bedeutung der Akzeptanz von Recht und Rechtsprechung – auch im Spannungsfeld von Social Media. Außerdem diskutieren wir die Gefahren autoritärer Tendenzen und die Rolle der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie die Notwendigkeit, deren Grundlagen zu schützen.
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Barbara Helige studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wurde 1980 promoviert und ist seit 1985 als Richterin tätig – seit 2000 als Vorsteherin des Bezirksgerichts Döbling. Standesrechtlich engagierte sie sich in mehreren Führungspositionen, unter anderem als Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter (1998–2007) und übernahm 2009 die Präsidentschaft der Österreichischen Liga für Menschenrechte. 2011 leitete sie die „Kommission Wilhelminenberg", die 2013 physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch im ehemaligen Kinderheim Schloss Wilhelminenberg bestätigte und die Stadt Wien zur öffentlichen Entschuldigung aufforderte. 2012 wurde sie mit dem Demokratiepreis der Margaretha Lupac-Stiftung ausgezeichnet.



