
Folge 36
Wie gerecht ist Österreich, Markus Marterbauer?
Über Vermögensmacht, Erbschaftssteuer und die Zukunft des Sozialstaats
"Es gibt kein sachliches Argument gegen Erbschaftssteuern."
Wenn Vermögen sich extrem konzentriert, gerät Demokratie in Gefahr. Das ist die zentrale These des österreichischen Finanzministers Markus Marterbauer. Im Gespräch erklärt er, warum Österreich in der Einkommenswelt vergleichsweise fair ist, in der Vermögenswelt aber nicht: Das reichste Prozent der Haushalte besitzt mehr als 40 Prozent des gesamten Vermögens. Wer so viel besitzt, formt auch Medien, Politik und Regeln. Aus Demokratie wird dann schleichend eine Oligarchie.
Marterbauer liefert dazu einen ungewöhnlich klaren Befund: Die einzige Logik gegen Erbschaftssteuern ist Statusverteidigung. Und er zeigt, warum der Wohlfahrtsstaat die eigentliche "Gerechtigkeitsmaschine" ist: Nicht Steuerdebatten, sondern Bildung, Gesundheit und Pflege entscheiden, wie gerecht eine Gesellschaft wirklich ist.
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Markus Marterbauer ist ehemaliger Vizepräsident des Fiskalrats und früherer Chefökonom der Arbeiterkammer. Seit 2025 ist er Finanzminister der Republik Österreich. Außerdem ist er Mitglied im SPÖ-Bundesparteivorstand.



