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Folge 38

Was hat Klimapolitik mit Gerechtigkeit zu tun, Thomas Schinko?

Über Klimagerechtigkeit, globale Verteilung und kollektive Wirksamkeit

 

„Bitte überlegen Sie, welche Probleme in der Klimakrise Ihnen wirklich Sorgen bereiten, und was eigentlich Ihr Einflussbereich ist. Die kollektive Wirksamkeit, wenn man gemeinschaftlich aktiv wird – das ist das Wichtige. Über solche Coalitions of the Willing könnten wir das Thema etwas in eine andere Richtung lenken, vielleicht viel effektiver aufstellen und es auch am Köcheln halten.“

 

In dieser Folge von Der Sozialkompass sprechen Henning Klingen und Markus Schlagnitweit mit dem Wirtschaftsforscher Thomas Schinko über die Frage, was der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun hat – und warum Klimapolitik ohne Gerechtigkeitsfragen kaum funktionieren kann.

 

Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es schon im Mai Temperaturen von über 30 Grad. Vor diesem aktuellen Hintergrund gehen wir den Fragen nach: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise? Wer leidet am stärksten unter ihren Folgen? Und wie kann Klimagerechtigkeit gelingen?

 

Thomas Schinko erklärt, warum Klimagerechtigkeit weit mehr ist als die Verteilung von Emissionsrechten oder finanziellen Lasten. Unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen von Gerechtigkeit prägen internationale Klimakonflikte ebenso wie die Beziehungen zwischen globalem Norden und Süden. Besonders Länder des globalen Südens empfinden viele klimapolitische Prozesse als ungerecht oder neokolonial geprägt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die Rolle sozialer Bewegungen wie Fridays for Future. Schinko analysiert, warum die Klimadebatte derzeit an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat und welche Chancen dennoch in neuen „Coalitions of the Willing“ liegen – also Bündnissen von Staaten und Akteur:innen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen.

 

Zum Abschluss geht es um die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen: Wie kann man angesichts der Größe der Klimakrise handlungsfähig bleiben? Schinko plädiert für einen realistischen Blick auf den eigenen Einflussbereich und betont die Bedeutung kollektiver Wirksamkeit – gemeinsames Handeln statt individueller Überforderung.

 

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Thomas Schinko ist Senior Research Scholar und Forschungsgruppenleiter der Equity and Justice Research Group im Population and Just Societies Program am International Institute of Applied Systems Analysis (IIASA). 

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