
Folge 41
Wie gelingt Bildungsgerechtigkeit, Veronika Schippani-Stockinger?
Über Inklusion, Leistungsdruck und ehrenamtliches Engagement
„Wir versuchen ganz bewusst einen Kontrapunkt zu setzen zu einer starken Leistungsgesellschaft, indem wir die Kooperation in den Mittelpunkt stellen, weil wir glauben, dass das das Vorbild ist, das wir aus dem Evangelium leben können… Die Idee, Kindern eine günstige, sinnvolle Ferienbeschäftigung anzubieten, indem sie auf Jungscharlager, auf ein Ministrant:innenlager fahren, ist eine großartige. Nur wenn wir niemanden mehr haben, der da als Begleitperson mitfahren kann, dann bleibt das alles graue Theorie.“
Die Katholische Jungschar ist einer der größten Anbieter von Kinderbildungsangeboten in Österreich. Rund 100.000 Kinder nehmen regelmäßig an Jungschargruppen teil – sie verbringen dort ihre Freizeit, engagieren sich, erleben Gemeinschaft, Wertebildung und Glauben.
Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich zuständig. In Bezug auf Bildungsgerechtigkeit stellt sie fest, dass Kinder und Jugendliche in Österreich formal zwar denselben Zugang zu Bildungsangeboten haben, es in der Praxis jedoch ganz starke Unterschiede, bedingt durch die Herkunftsfamilie, gibt. Für sie hat Bildungsgerechtigkeit vor allem mit Zugang und Inklusion zu tun. Das beginnt schon damit, Kinder als Kinder – und nicht als kleine perfekte Erwachsene – wahrzunehmen. Für sie ist klar: Kinder sollen laut sein und Fragen stellen dürfen; ein gerechtes Bildungssystem kommt dem entgegen, geht auf Augenhöhe mit den Kindern und versucht, die Welt aus ihrer Perspektive zu sehen.
Bildung bedeutet in der Katholischen Jungschar, die in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, vor allem Herzensbildung und ganzheitliche Begleitung der Kinder in ihrer gesellschaftlichen und persönlichen Entfaltung. Damit diese Funktion erhalten bleibt, äußert sie auch eine klare Forderung an die Politik, dass Ehrenamt leistbar sein muss. Denn auch die Gruppenleiter:innen müssen es sich (finanziell) leisten können, ehrenamtlich tätig zu sein.
Darüber hinaus sprechen wir mit Schippani-Stockinger auch über die hohen Ansprüche an Kinder in den Schulen, den sich immer stärker auswirkenden Leistungsdruck sowie über die Auswirkungen der Digitalisierung und Smartphones.
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Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich in der Jungschar zuständig. Darüber hinaus ist sie in ihrem Hauptberuf Pädagogin und Lehrerin.
Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung




