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Do.., 07. Mai 2026, 19:30 Uhr
Online via Zoom
Veranstalter: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
politischebildung.at/bildungsangebote/online-ringvorlesung/


die ksœ empfiehlt:

Die Dienstagsvorlesungen: Politische Streitfragen unserer Gegenwart

Online-Ringvorlesung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung – ÖGPB
 

Viele Menschen halten sich für unpolitisch. Die meisten Fragen des Alltags sind jedoch politischer Natur: Themen, die einen zentralen Platz in den öffentlichen Diskussionen und im Gespräch am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis und am Stammtisch einnehmen. Diese Themen besitzen zudem die Kraft, die Gesellschaft aufzuspalten. Solche Streitfragen werden zunehmend „technisch“ diskutiert. Das relevante Wissen ist aber zumeist schwer zugänglich und in der Fachsprache gehalten.

Die ÖGPB veranstaltet eine Reihe von Online-Vorlesungen zu den wichtigsten politischen Themen unserer Gegenwart. Drei Wissenschafter*innen bieten einen umfassenden Überblick über jeweils eine politische Streitfrage. Die Dienstagsvorlesungen sind für alle interessierten Erwachsenen zugänglich – auch ohne Vorkenntnisse.

Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit den Themen Silicon Valley, Fluchtbewegungen und Feminismus der Gegenwart beschäftigt haben, setzen wir die Reihe der Online-Dienstagsvorlesungen heuer mit folgenden Themen und Vortragenden fort:
 

Dienstagsvorlesungen 2026


12. und 19. Mai 2026 (zweiteilig)

Cengiz Günay
Vom liberalen Moment zur geopolitischen Zeitenwende

Entsteht eine neue Weltordnung?

Mit dem Ende des Kalten Krieges schien es so, als wäre eine neue liberale Ära, geprägt durch Demokratie und Marktwirtschaft, angebrochen. Autokratien machten entweder Demokratien Platz oder öffneten sich. Grenzen schienen an Bedeutung zu verlieren. Manche träumten gar von einer grenzenlosen Welt, in der Waren und Menschen ohne Hürden reisen können. Begleitet war das liberale Zeitalter von der Hegemonie der USA. Die EU segelte im Windschatten der USA und entwickelte sich zu einer positiven transformativen Kraft. Sie unterstützte erfolgreich die Demokratisierung in Zentral- und Osteuropa und versuchte ihre Werte, Standards und Normen auch in die weitere Nachbarschaft zu exportieren.

Heute scheint die Welt stark verändert. Liberale Normen wie Menschenrechte und Demokratie, aber auch internationale Institutionen haben an Bedeutung verloren. Kräfte wie China, Indien, Brasilien, Südafrika, Saudi-Arabien oder die Türkei streben nach mehr Einfluss. Der Kampf um Macht und Rohstoffe prägt die 2020er-Jahre und führt zu gefährlichen Machtkonfrontationen.

Die beiden Vorlesungen ergründen, warum dieser Wandel stattgefunden hat, wie er mit Entwicklungen auf der sozialen und gesellschaftlichen Ebene zusammenhängt, wie stabil diese Dynamiken sind und was längerfristig von diesen Verschiebungen zu erwarten ist.

Dr. Cengiz Günay ist Direktor des Österreichischen Instituts für Internationale Politik (oiip) und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Autokratisierung, Populismus, neoliberalen Interventionen und deren Auswirkungen auf Staat und Staatlichkeit, Außenpolitik, der Europäischen Union, der Europäischen Nachbarschaftspolitik sowie den transatlantischen Beziehungen. Regional liegt sein Fokus auf der Türkei und der MENA-Region. Zuletzt veröffentlichte er unter anderem in Fachzeitschriften wie Mediterranean Politics, Third World Quarterly und dem Journal of Common Market Studies.


26. Mai und 2. Juni 2026 (zweiteilig)

Daniel Witzani-Haim
Teuerung: Ursachen der Inflation und Strategien zur Bekämpfung

Gehen die Preise jetzt wieder runter?

Die Inflation der Konsument:innenpreise hat in Österreich in den letzten Jahren ungeahnte Ausmaße angenommen. Die Teuerungswelle war die stärkste seit den Erdölpreisschocks der 1970er-Jahren. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Inflation zu drücken. Kann sie das schaffen?

In der ersten Vorlesung widmen wir uns der Messung und den Ursachen der Inflation. Wir beschäftigen uns u. a. mit den folgenden Fragen: Wer legt überhaupt die Preise fest? Und wie reagieren die Einkommens- und Lohnentwicklung auf die Preissteigerungen? Zum Abschluss beleuchten wir die Ursachen der Teuerungskrise, die maßgeblich von einem Energiepreisschock ausgelöst wurde.

Die zweite Vorlesung widmet sich den Strategien zur Bekämpfung der Inflation. Besonderen Fokus legen wir auf die unterschiedlichen Auswirkungen der Teuerung auf österreichische Haushalte, insbesondere auf Basis diverser sozioökonomischer Ungleichheiten. Wir beleuchten die historische Preisbekämpfung in Österreich in der letzten Teuerungskrise in den 1970er-Jahren und analysieren zum Abschluss die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung.

Daniel Witzani-Haim, MA MSc ist Ökonom in der Arbeiterkammer Wien mit den Schwerpunkten Makroökonomie, öffentliche Haushalte und feministische Ökonomie. Er ist Vorsitzender im Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM), Lektor an der FH Wien der WKW sowie Research Fellow am Forschungsinstitut Economics of Inequality der Wirtschaftsuniversität Wien, an der er sein Doktorat zum Thema öffentliche Beschäftigung schreibt. 2024 erschien sein Buch „Mit einer Jobgarantie zum Recht auf gute Arbeit. Ansätze fortschrittlicher Arbeitsmarktpolitik in Österreich“ (gemeinsam mit Clara Moder, Hannah Quinz, Dennis Tamesberger und Simon Theurl).


9. und 16. Juni 2026 (zweiteilig)

Susanne Weigelin-Schwiedrzik
China und die Unordnung der Welt 

Ist China die Zukunft?

Die Weltordnung ist in Unordnung geraten und der Hauptgrund liegt in der Erstarkung Chinas. Wie versucht die Volksrepublik, diese Unordnung zu nutzen, um sich als Weltmacht zu positionieren? Ausgehend von aktuellen Vorgängen im internationalen Geschehen wird die erste Vorlesung Chinas Sicht auf die zukünftige Weltordnung und die Frage, ob sich diese ohne Krieg neu definieren lässt, thematisieren.

In den Zeitungen lesen wir fast täglich, dass China das Labor der Zukunft ist. Windräder, Solarpaneele, E-Autos, alles was man für die grüne Transformation braucht, wird dort hergestellt, weiterentwickelt und in alle Welt verkauft. Doch läuft die Wirtschaft nicht so rund, wie diese Meldungen erahnen lassen. Chinas Ökonomie ist ein kompliziertes Gebilde, das unter den Zwängen der geo-politischen Spannungen immer mehr an Dynamik verliert. Warum ist das so? Und warum kann die Volksrepublik ihre Erfolgsgeschichte des raschen wirtschaftlichen Aufbaus nicht einfach weiterschreiben? Die zweite Vorlesung beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen formeller und informeller Wirtschaft in China und erklärt, warum der Niedergang der informellen Wirtschaft die Stabilität des Systems weit mehr in Frage stellt als die technologischen Errungenschaften es stark machen können.

Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Susanne Weigelin-Schwiedrzik war bis 2020 Professorin für Sinologie an der Universität Wien. Seit 2022 ist sie Mitglied des Akademierats der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Programmdirektorin für China beim Center for Strategic Analysis. Zahlreiche Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten sie nach China, USA, Japan und Hong Kong. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u. a. die chinesische Geschichte im 20. Jahrhundert, die Geschichte Ostasiens und (Außen-)Politik der VR China. 2023 erschien ihr Buch „China und die Neuordnung der Welt“.


jeweils 18:00 bis 19:30 Uhr, pünktlich

Keine Teilnahmegebühr!

Anmeldung (erforderlich) unter:

Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
gesellschaft@politischebildung.at

Die Dienstagsvorlesungen finden in Zoom statt. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung zugeschickt.

Beim Absolvieren der gesamten Ringvorlesung (6 Vorlesungen) ist das Bildungsangebot mit 0,5 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

 

 

 

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