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Sonderbeilagen

Serie im Börsenkurier:

Ausgabe Nr. 50, 15. Dezember 2011:
Sonderbeilage 50/2011 (S. 21-22)

Ausgabe Nr. 46, 17. November 2011:
Sonderbeilage 46/2011 (S. 21-28)

Ausgabe Nr. 42, 20. Oktober 2011:
Sonderbeilage 42/2011 (S. 27-30)

Ausgabe Nr. 37, 15- September 2011:
Sonderbeilage 37/2011 (S. 15-17)

Ausgabe Nr. 24, 16. Juni 2011:
Sonderbeilage 24/2011 (S. 23-27)

Ausgabe Nr. 20, 19. Mai 2011:
Sonderbeilage 20/2011 (S. 23-24)

Ausgabe Nr. 16-17, 21. April 2011:
Sonderbeilage 16-17/2011 (S. 24ff) >

Ausgabe Nr. 12, 24.03.2011:
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Ausgabe Nr. 7, 17.02.2011:
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Ausgabe Nr. 3, 20.01.2011:
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Ausgabe Nr. 50, 16.12.2010:
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Ausgabe Nr. 46, 11.11.2010:
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Ausgabe Nr. 42, 21.10.2010:
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Ausgabe Nr. 37, 16.9.2010: Busfahrkarten und Schulhefte statt Geld - Komplementärwährung mit sozialen Zielen in Brasilien
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Ausgabe Nr. 24, 17.6.2010: Bundesfinanzierungsagentur: "Finanzierung und Veranlagung der öffentlichen Hand"
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Ausgabe Nr. 20, 20.5.2010: "Grünes Geld" -ein (fast) zinsloser Kredit >
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Ausgabe Nr. 16, 22.4.2010: Was Frauen im Studium nicht lernen >
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Ausgabe Nr. 12, 25.3.2010: Begriffsklärung: Islamic Banking >
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Ausgabe Nr. 7, 18.2.2010: Kirchliche Geldanlage: Pensionsfonds der Diözese Linz >
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Ausgabe Nr. 3, 21.1.2010: Forum Nachhaltige Anlagen -Schweiz: Steigerung angepeilt >
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Ausgabe Nr. 51, 17.12.2009: Konsum-Ethik (EthikKommentar) >
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Ausgabe Nr. 47, 19.11.2009: Treffen europäischer Nachhaltigkeitsbanken (Bericht) >
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Ausgabe Nr. 43, 22.10.2009: Geld und Energie (Gastkommentar) >
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Ausgabe Nr. 38, 17.9.2009: Ethik der Beratung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 25, 18.6.2009: Nachhaltiges Reisen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 21, 21.5.2009: Wann kommt es zum Kipp-Effekt? (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 17, 23.4.2009: zu Nahrungsmittel u.a.
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Ausgabe Nr. 13, 26.3.2009: Reform für Finanzmarktarchitektur (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.

Busfahrkarten und Schulhefte statt Geld - Komplementärwährung mit sozialen Zielen in einer brasilianischen Millionenstadt

Eine Komplementärwährung lässt sich mit dem System der "Frequent Flyer Miles" großer Fluggesellschaften vergleichen. Diese Bonuspunkte haben im Lauf ihrer Entwicklung eine weitgreifende Veränderung erfahren, denn längst kann man mit ihnen mehr als nur fliegen .

Man kann mit den Gutschriften Leihwagen mieten, Hotelzimmer bezahlen, telefonieren, Zeitschriftenabos ordern und vieles mehr. Doch Bonusmeilen unterscheiden sich eklatant vom Grundgedanken einer Komplementärwährung: Sie verfolgen kein soziales Ziel.

Vom Müllproblem zur Ersatzgeld-Idee

Jaime Lerner, dem Bürgermeister von Curitiba, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Parana, bereitete Ende der 1980er Jahre das immer schlimmer werdende Müllproblem seiner Metropole heftige Kopfschmerzen, denn für die städtischen Müllsammelfahrzeuge waren die engen Straßen der Favelas, in denen sich der Unrat meterhoch türmte, unpassierbar. Unrat und Ungeziefer bedrohten die Gesundheit der Bewohner. Eine innovative Idee schuf Abhilfe.

Geld stinkt? Wie aus Abfall Währung entsteht.

Lerner ersann ein anreizgestütztes Müllsammelprogramm, in dem er überall am Rand der Favelas farblich gekennzeichnete Metallcontainer für Glas, Plastik, Papier und kompostierbaren Abfall aufstellen ließ, die - durchaus personalintensiv, aber zugleich arbeitsplatzbeschaffend - von "Müllagenten" überwacht wurden. Wer eine Tüte mit sortiertem Müll brachte, erhielt eine Busfahrkarte.

Zehntausende sammeln und sortieren

Schon bald waren Zehntausende Kinder unterwegs, um den Müll aufzulesen und zu sortieren. Schon im ersten Jahr wurden auf diese Weise 11.000 Tonnen getrennter Müll gegen eine Million Busgutscheine und 1.200 Tonnen Lebensmittel eingetauscht.

Die Buskartenwährung: das Curitiba-Geld der Armen
Mit den Busfahrkarten konnten die Eltern in die Arbeit und die Kinder zur Schule fahren. Recht bald wurden die Tickets auch gegen Lebensmittel und Dienstleistungen umgetauscht und im Laufe weniger Monate erfüllten sie bereits den sozialen Zweck einer wahren Komplementärwährung. Jaime Lerner hatte, ohne es zu wollen, eine Art Curitiba-Geld erfunden. Nur fünf Jahre nach Einführung dieser neuen "Währung" beteiligten sich bereits 70% der Haushalte in Curitiba am Müllsammelprogramm. Zusätzlich wurde für ärmere Schüler ein Müllsammelprogramm ins Leben gerufen, welches Schulhefte gegen sortierten Müll "ausbezahlte".

Soziale Grundversorgung und Wohlstand
Der Erfolg dieses komplementären Geldsystems kann auch in ökonomischen Kategorien ausgedrückt werden: Gegenüber dem brasilianischen Mindestlohn stieg das Einkommen der Durchschnittsverdiener von Curitiba um das Dreifache. Das gesamte Realeinkommen des Stadtviertels liegt noch einmal 30% über dem brasilianischen Durchschnitt. Zudem wurde dank der Komplementärwährung ein soziales Netz gesponnen, das vergleichbaren Strukturen im Land um ein Vielfaches überlegen ist.

Die Armen von Curitiba schufen sich ihre Währung
Die Buskartenwährung von Curitiba ist ein glänzendes Beispiel einer erfolgreich implementierten Komplementärwährung, die obendrein als solche gar nicht intendiert war, sondern quasi als "Grassroot Programm" ihre Eigendynamik mithilfe der Betroffenen selbst entwickelt hat. Hinzu kommt, dass bettelarme Menschen sich nicht durch die Tatsache entmutigen ließen, kein Geld zu besitzen und sich ihre lokale Komplementärwährung selbst schufen.

Dank ihrer wirtschaftlichen Initiative konnten die Favela-bewohner von Curitiba ihre Lebenssituation gleich auf zwei eminent lebenswichtigen Ebenen nachhaltig verbessern; nämlich in ökonomischer Hinsicht wie auch in der Gestaltung einer lebenswerteren Umwelt.

(Helmut Berg, Oikocredit Austria)

 

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