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Ethisch Handeln

Wie wirken ethische Geldanlagen?

Signalisieren von Standpunkten:

_Ablehnung von bestimmten Formen der Gewinn-Erwirtschaftung
_ (z.B: Kinderarbeit, Verletzung von Arbeitsrechten)
_ Ablehnung von bestimmten Wirtschaftsformen aus moralischen Gründen
_(z.B: nicht-nachhaltiger Ressourcenverbrauch)

Umdenken bewirken:

_ bei Staaten
_ in Unternehmen
_ bei Finanzdienstleistern und Banken
_ bei den InvestorInnen
_ bei den KonsumentInnen


Mit der Entscheidung, sein Geld in Unternehmen und Institutionen zu investieren, die auf sozial und ökologisch verantwortliche Weise wirtschaften, wird zunächst einmal signalisiert, dass man bestimmte Formen der Gewinnerwirtschaftung ablehnt und man mit seinem Geld nicht Wirtschaftsweisen unterstützt, die aus ethischen Gründen abzulehnen sind.

Je nachdem, welches Instrument der ethischen Geldanlage gewählt wird, sind die Steuerungsmöglichkeiten unterschiedlich, z.B:

_ Mit einer Geldanlage in Form einer Sichteinlage (Sparkonto) bei einer Öko- bzw. Ethikbank kann der/die AnlegerIn entscheiden, für welche Projekte das Geld konkret verwendet wird (z.B. für nachhaltige Energie, soziale Einrichtungen etc.). Das Geld fließt also 1:1 direkt dorthin, wo es hin soll.

_ Das Instrument der Mikrokredite ermöglicht es, durch kleine Summen nicht "bankfähigen" Menschen in ärmeren Ländern ein vergleichsweise günstiges Darlehen zur Verfügung zu stellen, um damit eine eigenständige wirtschaftliche Existenz zu begründen.

_ Unternehmen wie Staaten und internationale Organisationen sind darauf angewiesen, dass sie auf dem Kapitalmarkt - zu möglichst günstigen Konditionen - Zugang zu Finanzmitteln haben. Wenn weniger Investoren bereit sind, Geld für bestimmte Vorhaben und Unternehmungen zur Verfügung zu stellen, verteuern sich die Kapitalbeschaffungskosten.
Für Unternehmen und Institutionen, die sozial und ökologisch unverantwortlich agieren, steigen damit die Kosten, wenn AnlegerInnen Investitionen in durch sie begebene Wertpapiere verweigern. Umgekehrt können Unternehmen, die sozial und ökologisch verantwortlich agieren, günstiger am Kapitalmarkt die entsprechenden Mittel für ihre Tätigkeit aufnehmen, wenn ethisch orientierte InvestorInnen ihre Wertpapiere bevorzugen. InvestorInnen haben also die Möglichkeit, gerechte Wirtschaftsweisen zu fördern und ungerechte zu erschweren.

weitere Informationen zu > "Geldanlage konkret " >

AckerfurchenWenn darüber hinaus das sozial und ökologisch unverantwortliche Handeln von Unternehmen in der Öffentlichkeit bekannt wird, wird Druck ausgeübt. Es zeigt sich immer wieder, dass Produkte und Dienstleistungen daraufhin reflektiert werden, welche Auswirkungen sie auf Menschen und Natur haben und wie sie produziert werden. Viele Produkte und Dienstleistungen werden daraufhin oft von den Konsumenten abgelehnt. Auch Regierungen haben sich vor ihren WählerInnen zu verantworten , wenn ihre Staatsanleihen aus sozialen und ökologischen Gründen weniger AbnehmerInnen finden. Sozial und ökologisch verantwortlich agierende Unternehmen und Institutionen können dagegen die Chance nützen, in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden und sich dadurch ein positives Image aufzubauen. Für Unternehmen und Institutionen wird damit ein Anreiz geschaffen, sozial und ökologisch verantwortlich zu agieren und dadurch den Unternehmenswert zu steigern.

Die Entscheidung zu ethischem Investment bedeutet auch für die Finanzwirtschaft einen Anreiz zu Veränderungen. Immer mehr Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Pensionsversicherungen bieten ethisch-orientierte Geldanlageprodukte an und werden damit dem steigenden Interesse an solchen Produkten gerecht. Einige Finanzdienstleistungs-Unternehmen sind bereits dazu übergegangen, ihre gesamte Angebotspalette an sozialen und ökologischen Kriterien auszurichten. Damit kommt es auch innerhalb der Finanzwirtschaft zu einem geänderten Bewusstsein gegenüber sozialer und ökologischer Verantwortlichkeit.

Wenn genügend Personen umdenken und eine kritische Menge an Personen ethisch-orientiert handelt, kann sich etwas zum Positiven verändern. Aktuell ist das Potenzial zumindest schon so hoch, dass von vielen Unternehmen wenigstens einzelne Maßnahmen mit besonderem ökologischen oder sozialen Wert gesetzt werden, Nachhaltigkeitsreports veröffentlicht werden etc. Durch die Kombination von politisch aktiven Menschen mit kritischen KonsumentInnen obzw. AktionärInnen kann der Druck erhöht werden.


> weiter mit: "Was ist Ethik bzw. was heißt ethisches Handeln im Zusammenhang mit Geld und Vermögen?"


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