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AnlegerInnen im Interview zu Ethik-Investment:

Mag. Franz Lamprecht -
Finanzkammerdirektor der Röm.-kath. Diözese Gurk-Klagenfurt


Wann hat sich die Diözese Gurk-Klagenfurt zur ausschließlichen Veranlagung ihrer Finanzmittel in ethisch-orientierte Produkte entschieden?


Welche Mittel hat die Diözese zu veranlagen und nach welchen Kriterien geschieht dies?

Diese Pensionsvorsorge geschieht, wie bei Pensionskassen, in erster Linie durch Veranlagung in Wertpapieren. Neben den Ethik-Kriterien müssen bei der Veranlagung selbstverständlich auch die Grundsätze der Sicherheit, Rentabilität und Liquidität beachtet werden. Darüber hinaus sind Wertpapierveranlagungen auch als Abfertigungsvorsorge vorzunehmen oder als Zwischenveranlagung, wenn Pfarren zur Finanzierung von Kirchen- oder Pfarrhofrestaurierungen Liegenschaften verkaufen müssen.


Für welche Produkte bzw. welche Anbieter haben Sie sich entschieden? Wie ist dieser Prozess gelaufen?


Werden die eigenen Kriterien weiterentwickelt bzw. die Veranlagungsstrategie evaluiert?


Gibt es eine diesbezügliche Vernetzung mit anderen Diözesen? Inwieweit gibt es unterschiedliche bzw. gemeinsame Werthaltungen?

Eine Arbeitsgruppe der Finanzkammerdirektoren-Konferenz der österreichischen Diözesen hat vor kurzer Zeit eine Richtlinie für ethisches Investment ausgearbeitet, die demnächst der österreichischen Bischofskonferenz zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden wird.

In Fragen des ethischen Investments gibt es eine gute und konstruktive Vernetzung unter Österreichs Diözesen und Konsens in den entscheidenden Grundsatzfragen. Diskussionsthemen sind eher praktische Umsetzungsfragen, etwa die absolute oder relative Geltung einzelner Ausschluss-Kriterien. Hier geht es um die Frage, ob in einer Branche, bei der Ethikverstöße üblich sind, zugunsten der Vorbildwirkung Titel von den vergleichsweise ‚saubersten' Unternehmen gekauft werden sollen oder nicht.


Welche Chancen sehen Sie, mit ehtisch-orientierter Geldanlage Wirtschaft zukunftsfähig mitzugestalten?

Der Ansatz, ‚unethisches' Handeln von Unternehmen und Branchen dadurch zu ächten, dass sie von der Veranlagung bewusst ausgeschlossen werden, ist durchaus wirksam, wenn er medial unterstützt und von möglichst vielen Anlegern mitgetragen wird. Die stark gestiegene Nachfrage nach Ethik- und Nachhaltigkeitsfonds zeigt, dass es den Anlegern nicht egal ist, wie die Performance verdient wird.

Dazu kommt, dass sich ethisches Investment im Ertrag durchaus lohnt. Der Focus der Gesellschaft auf ethische Fragen und die steigende Nachfrage nach ethischen Veranlagungen wird – so hoffe ich – auch die Unternehmen bewegen, ihr Handeln zu überdenken und hoffentlich auch zum ethisch Positiven hin ändern.

Wir danken für das Interview! (10.9.2007)


LamprechtMag. Franz Lamprecht,
seit 2004 Leiter der Bischöflichen Finanzkammer der Diözese Gurk

Werdegang:
Universitätsassistent (Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, Universität Innsbruck),
Raiffeisen-Organisation Kärnten (Personalmanagement, Marketing, Organisation),
Diakonie Waiern/Kärnten (Kaufmännischer Leiter)

Finanzkammer der Diözese Gurk/Klagenfurt
Mariannengasse 2, 9020 Klagenfurt, Telefon 0463/57770-1901
www.kath-kirche-kaernten.at
fk.direktionATkath-kirche-kaernten.at

 

 

 

 

 

 

 

 


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