Sonderbeilagen
Serie im Börsenkurier:
Ausgabe Nr. 20, 20.5.2010: "Grünes Geld" -ein (fast) zinsloser Kredit >
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Ausgabe Nr. 16, 22.4.2010: Was Frauen im Studium nicht lernen >
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Ausgabe Nr. 12, 25.3.2010: Begriffsklärung: Islamic Banking >
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Ausgabe Nr. 7, 18.2.2010: Kirchliche Geldanlage: Pensionsfonds der Diözese Linz >
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Ausgabe Nr. 3, 21.1.2010: Forum Nachhaltige Anlagen -Schweiz: Steigerung angepeilt >
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Ausgabe Nr. 51, 17.12.2009: Konsum-Ethik (EthikKommentar) >
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Ausgabe Nr. 47, 19.11.2009: Treffen europäischer Nachhaltigkeitsbanken (Bericht) >
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Ausgabe Nr. 43, 22.10.2009: Geld und Energie (Gastkommentar) >
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Ausgabe Nr. 38, 17.9.2009: Ethik der Beratung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 25, 18.6.2009: Nachhaltiges Reisen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 21, 21.5.2009: Wann kommt es zum Kipp-Effekt? (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 17, 23.4.2009: zu Nahrungsmittel u.a.
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Ausgabe Nr. 13, 26.3.2009: Reform für Finanzmarktarchitektur (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 8, 19.02.2009: Wirtschaften jenseits der Renditemaximierung (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 4, 22.01.2009: Natur- und sozialverträgliche Immobilienanlagen (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 50, 11.12.2008: Finanzielle Ausgrenzung vermeiden (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 47, 20.11.2008: Guter und gerechter Lohn (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 43, 23.10.2008: Wohin die Hilfe fließt (Leitartikel) >
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Ausgabe Nr. 39, 25.9.2008: Was sagen die Parteien? (Leitartikel) >
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Die Sonderbeilage wird vom Börsenkurier zur Verfügung gestellt und redaktionell betreut. Die ksoe ist dabei in einem Beirat eingebunden.
"Grünes Geld" - ein (fast)zinsloser Kredit
Eine kleine Initiative im Dekanat Molln:
Es gibt zunehmend mehr Menschen, die einen Teil ihres Geldes kostengünstig für andere zur Verfügung stellen. "Grünes Gels" ist ein (fast) zinsloser Kredit für Kleingewerbetreibende bzw. in Not geratene Menschen. Hilfe in dieser Form ist jedoch nur möglich, wenn der in Not Geratene Schulden bei einer Bank hat.
(Eine Vorbemerkung: "Grünes Geld" im Dekanat Molln, speziell in Steinbach an der Steyr, ist kein pfarrliches Unternehmen, sondern hängt mit meiner sozialen Arbeit als Regionaldiakon zusammen. Die Initiative wird von mir nicht offensiv betrieben, sondern kommt primär bei Notlagen in Anwendung. Auch erhalte ich dadurch keinerleich Entschädigung.)
Ausgangssituation 1
Durch pfarrliche MitarbeiterInnen, Pfarrer, Bürgermeister oder Bankvertreter werde ich auf eine Notlage aufmerksam gemacht und gefragt, ob Hilfe durch "Grünes Geld" möglich ist. Wenn ich grundsätzlich eine Chance sehe und die Kriterien stimmen, d.h. wenn es sich um einen Kleingewerbetreibenden bzw. um eine in Not geratene Person mit Bankschulden handelt, suche ich ein Erstgespräch. Dabei wird zuerst die Gesamtsituation besprochen. Wenn sich im Zuge der gemeinsamen Überlegungen zeigt, dass der betreffenden Person oder Firma durch "Grünes Geld" sinnvoll geholfen werden kann, versuche ich Leute zu finden, die bereit sind, Geld kostengünstig auf 5 bis 10 Jahre zu verleihen. "Kostengünstig" bedeutet in unserem Fall "völlig ohne Zinsen" oder "mit Wertsicherung" (bis max. 1,5%).
Ausgangssituation 2
Eine Person aus der Pfarrgemeinde ruft bei mir an und sagt z.B.: "Ich habe 10.000 €. In Gesprächen mit veranwortlichen Personen in Gemeinde und Pfarre höre ich mich da um, wer eine Unterstützung brauchen könnte. Damit alles vertraulich bleibt, werden, bevor Namen genannt werden, die zu Unterstützenden gefragt, ob sie "Grünes Geld" überaupt in Anspuch nehmen wollen. In der Regel ist s so, dass weder Geldgeber noch -empfänger voneinander wissen. In so überschaubaren, ländlichen Regionen wie unserer wäre dies nicht gut. Hier ist mein Dienst als Treuhänder gefragt.
Diese Form der Unterstützung funktioniert - wie erwähnt - nur dort, wo der Geldempfänger Bankschulden hat. Der Geldgeber (oder ich als Treuhäder) überläss dann das Geld der Ban und bekommt dafür eine Bankhaftung (Bankgarantie), durch die der Geldgeber (bzw. ich als Treuhänder) jederzeit (innerhalb einer bestimmten Zeitspanne - bei uns zumeist fünf Jahre) sein Geld (eventuell plus Wertsicherung) zurück erhält. So ist der Geldgeber gedeck. Sein Geld kann er nicht verliere. Für die Bankhaftung ist ein minimaler Beitrag durch den Geldempfänger zu bezahlen.
Zusätzlich wir mit dem Geldempfänger eine Vereinbarung getroffen über die Art der Rückzahlung in Form eines Ansparplans auf ein gut verzinstes Sparbuch. Die Guthabenzinsen darf der Geldempfänger dann auch behalten. In manchen Situationen biete ich auch regelmäßige Begleitgespräche unter Einbeziehung von Fachleuten an.
Die Vorteile für den Geldempfänger sind finanzieller und immaterieller Natur: Das "Grüne Geld" ist für ihn billiger als der Kredit
bei seiner Bank, und für das gleichzeitige Ansparen bekommt er Sparzinsen. Zugleich erfährt er sich als "gewollt" und wertvoll: Menschen geben aus Solidarität Geld bzw. verzichten auf einen Teil ihres finanziellen Spielraums, um ihm zu helfen. In den Gruppen und Kreisen des kirchlichen Umfelds finden sich vermehrt Personen, die bereit sind, sich darauf einzulassen.
Die Initiative "Grünes Geld" betreibe ich seit nunmehr rund 15 Jahren. In diesem Zeitraum liefen zumeist fünf "Grüne Geld-Projekte" parallel. Die Höhe der einzelnen Hilfeleistungen liegt in der Regel zwischen 7.000 und 30.000€ mit einer Laufzeit von fünf Jahren; zwemal lag der Betrag allerdings auch schon bei 80.000€.
(Carlo Neuhuber 07257-7119 - carlo.neuhuber@dioezese-linz.at.)

