| Newsletter Grundeinkommen
und sozialer Zusammenhalt
- B.I.E.N - Austria
> Newsletter Oktober 2009
3. Bedingungsloser Grundeinkommenstopf im Stadtteilzentrum Bassena Am Schöpfwerk
Trotz widrigen Wetters - den ganzen Tag über war es bewölkt, am späten Vormittag regnete es sogar ein wenig - fand der BEDINGUNGSLOSE grundEINkommensTOPF im Gemüsegarten der Bassena statt.
Ihr Kommen zugesagt hatten Robert Reischer vom Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt (B.I.E.N. Austria), Klaus Sambor von der ATTAC Inhaltsgruppe Grundeinkommen sowie Margit Appel von der Katholischen Sozialakademie Österreichs (KSÖ). Robert Reischer brachte Gemüse und selbst gemachtes Tiramisu mit, Margit Appel steuerte Obst bei und auch die Meidlinger Bezirksrätin Sissy Kurta brachte Gemüse und Getränke für das gemeinsame Mahl mit, wofür wir uns recht herzlich bedanken.
Zwei Praktikantinnen der Bassena und ich stellten sich mit Kärtchen ausgestattet, den PassantInnen vor und versuchten, Interesse und Neugier für das bedingungslose Grundeinkommen zu wecken. Bei den Gesprächen mit den Menschen stellte sich immer wieder heraus, dass Frust und Enttäuschung über die politischen Verhältnisse in unserem Land vorherrschte.
Die Sorgen und Nöte der Menschen ernst nehmen
Das betraf PensionistInnen ebenso wie ÖsterreicherIinnen, die nicht in unserem Land geboren wurden. Die Leute erwarten sich von der Politik so gut wie nichts mehr, schon gar nicht wesentliche Verbesserungen der eigenen Lebenssituation. Wer aber unzufrieden ist und Angst um die eigene Zukunft hat, der wird leicht Opfer selbsternannter "Heiler" vom Schlage eines H. C. Strache.
So sprachen die Leute bald von ihrem eigenen, oft als trist eingestuften Leben, ihren Erfahrungen und Nöten und da war immer wieder zu hören: "Österreicher zuerst". Oder aber es wurden Vorurteile übernommen wie z. B. dass viele Leute nicht mehr arbeiten würden, wenn es das bGE gäbe.
Die Pensionen mit Ausgleichszulage sind spätestens seit der Währungsumstellung viel zu niedrig angesetzt, vor allem auch deshalb, weil dies als "Richtsatz" für andere Sozialtransfairs wie z. B. die Sozialhilfe herangezogen wird.
Wer wenig Geld fürs Leben zur Verfügung hat, der zahlt natürlich wenig Steuern, kann aber auch nur wenig konsumieren.
Menschen, die zufrieden mit ihrem Leben und mit ihrer Erwerbstätigkeit sind, werden wohl kaum anfällig für Neiddebatten sein und folglich auch keine fragwürdigen Parteien wählen, die Neid und Fremdenhass schüren, für die wirklichen Probleme aber keine Lösungen haben.
Menschen, die ständig unter Druck stehen - vom Arbeitsmarktservice (AMS) oder von der Sozialhilfe - werden unter diesen Bedingungen nur in den seltensten Fällen in die Lage versetzt, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Die Verwaltung der Armen macht es den Betroffenen unmöglich, ein selbst-bestimmtes Leben in eigener Verantwortung führen zu können.
Natürlich wird es immer wieder Menschen geben, die eine längere und intensivere Betreuung brauchen als andere. Das darf aber nicht dazu führen, dass alle Menschen, die einmal in Not geraten, so behandelt werden als wären sie allesamt unfähig (die Härten des Lebens bewältigen zu können) und müssen sich daher - so zu sagen zum eigenen Schutz - wie "patscherte Tschapperln" fühlen.
nFAQ* - Einfache Antworten auf nicht immer einfache Fragen
Die Forderung, dass „Österreicher zuerst“ eine Arbeit bekommen sollen ist eigentlich völlig widersinnig, weil jeder Mensch, der in Österreich arbeitet, ins österreichische Sozialsystem einzahlt und in Österreich Geld ausgibt. Die Forderung „Österreicher zuerst“ wäre somit ein Verzicht aus einem beachtlichen Teil an Einnahmen aus keinem anderen Grund als Neid und/oder Missgunst bzw. Unverständnis.
Bei einer Bürgeraktion der FPÖ im 10. Wiener Gemeindebezirk, die in unmittelbarer Nähe des dortigen Islamzentrum stattfand, hat sich herausgestellt, dass oft einfache Antworten genügen, um das merkwürdige „Denkgebäude“ blauer Politik ins Wanken zu bringen. Türkischen Geschäftsleuten wurde vorgeworfen, dass sie die langen Öffnungszeiten nutzen, worauf eine Frau bemerkte, dass es ja auch österreichischen Geschäften möglich ist, die längeren Öffnungszeiten zu nutzen. Daraufhin trat beredtes Schweigen ein.
www.bassena.at
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